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Prämierte Forschung: Promotionspreis des VDE geht in diesem Jahr nach Dortmund

Herr Dr.-Ing. Sven Christian Müller, der an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Dortmund promoviert hat, überzeugte Fachjury des Verbandes der Elektrotechniker.

Am Mittwoch, dem 8. November 2017, fand an der TU Dortmund die feierliche Preisverleihung des von VDE Rhein-Ruhr und der VDE Landesvertretung NRW gestifteten Promotionspreises statt. Eröffnet und moderiert wurde die der Abend von Prof. Dr.-Ing. Christian Rehtanz, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik und Doktorvater des Preisträgers. Grußworte sprachen Prof. Dr. rer. nat. Gabriele Sadowski, Prorektorin für Forschung der TU Dortmund, und Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund. Für den Festvortrag des Abends konnte der Managing Director der E.ON :agile Düsseldorf, Thomas Marquardt, gewonnen werden. Bevor Dr.-Ing Sven Christian Müller den Inhalt seiner ausgezeichneten Dissertation „Technisch-wirtschaftliche Analyse von Netzengpassmanagement im europäischen Übertragungsnetz unter Berücksichtigung von Flexibilität und Unsicherheit“ dem Publikum vorstellte, wurde ihm vom Sprecher des VDE Nordrhein-Westfalen Dr.-Ing. Ralf Berker der mit 3.000 Euro dotierte Preis überreicht. Für die musikalische Umrahmung sorgte Nachwuchskünstler Leif Bent. Der anschließende Empfang bot den Gästen die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

Eine 15-köpfige Fachjury ermittelt seit 1993 jährlich den/ die PreisträgerIn aus den nominierten KandidatInnen der acht Universitäten/Hochschulen Aachen, Bochum, Duisburg-Essen, Dortmund, Hagen, Paderborn, Siegen und Wuppertal.

Der Preisträger

Dr.-Ing. Sven Christian Müller hat es in seiner Arbeit geschafft, neue von ihm entworfene mathematische Berechnungsmethoden für praktische Problemstellungen gewinnbringend einzusetzen. Er hat seine Promotion im gewünschten Nominierungszeitraum "mit Auszeichnung" abgeschlossen, wobei das Korreferat von dem internationalen Experten Prof. Dr. Göran Andersson der ETH Zürich übernommen wurde um auch die internationale Vergleichbarkeit des hohen Niveaus sicherzustellen. Dr. Müller hat eine weit überdurchschnittlich große Anzahl von Veröffentlichungen publiziert. Basierend auf der Dissertation, aber auch weitergehenden Arbeiten hat er inzwischen zusammen mit zwei Partnern die Firma logarithmo GmbH und Co. KG erfolgreich ausgegründet. Hierzu hat er ein EXIST Gründerstipendium eingeworben. Erste Aufträge an die Firma zeigen die Verwendbarkeit der gewonnenen Ergebnisse aus der Dissertation in der Praxis.

Das Dissertationsthema

Der starke Zubau von regenerativen Stromerzeugungsanlagen und das Ziel eines integrierten europäischen Binnenmarktes für Elektrizität erfordern eine effiziente Nutzung des elektrischen Übertragungsnetzes in Europa. Im Rahmen des Netzengpassmanagements wird deshalb angestrebt die Nachfrage durch das vorhandene Angebot optimal zu decken ohne die Grenzen eines sicheren Systembetriebs zu verletzen. Die zulässigen Systemkonfigurationen werden hierbei von den zunehmenden Unsicherheiten (z.B. durch schlecht prognostizierbare Einspeisung) wie auch durch neue technologische Möglichkeiten (z.B. schnelle Regelung von Hochspannungsgleichstromverbindungen) beeinflusst. Die Ziele dieser Arbeit sind die Entwicklung eines Modells zur Analyse des Einflusses von betrieblicher Flexibilität (in Form korrektiver und pr¨aventiver Eingriffe) sowie von Unsicherheiten (in Form von Prognosefehlern und Betriebsmittelausfällen) im europäischen Netzengpassmanagement, und die Untersuchung der technischen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen dieser beiden Einflussfaktoren. Hierfür wird ein mehrstufiges Netzengpassmanagementmodell entwickelt, das (i) Kraftwerkseinsatzplanung, (ii) den vortägigen grenzüberschreitenden Strommarkt und (iii) das Management von Engpässen innerhalb von Marktgebieten in Form von Optimierungsproblemen abbildet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Modellierung des Raums zulässiger Systemkonfigurationen, der durch Unsicherheiten eingeschränkt und durch Flexibilität erweitert wird, sowie auf der Auswertung dieses Zusammenwirkens in einer europäischen Systemstudie für das Jahr 2020.

Hinweis zum Foto

(v.l.n.r.): Thomas Marquardt (Managing Director der E.ON :agile Düsseldorf), Dr.-Ing. Ralf Berker (Sprecher des VDE NRW), Preisträger Dr.-Ing. Sven Christian Müller, Prof. Dr.-Ing. Christian Rehtanz (Dekan Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik TU Dortmund), Thomas Westphal (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund), Musiker Leif Bent und Prof. Dr. rer. nat. Gabriele Sadowski (Prorektorin für Forschung der TU Dortmund).



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