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TU Dortmund gestaltet die Energiewende mit Testzentrum für Gleichstromübertragung

Auf dem Campus der TU Dortmund entsteht ein neues Testzentrum: Am Montag, 27. März, wurde an der Emil-Figge-Straße der Grundstein für das Forschungszentrum für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) gelegt. Für rund fünf Millionen Euro sollen noch in diesem Jahr eine große Halle und ein Freilandprüffeld entstehen. „Die Anlage ist deutschlandweit einzigartig und leistet einen bedeutenden Anteil zum Gelingen der Energiewende in Deutschland“, sagte Prof. Ursula Gather, Rektorin der TU Dortmund, bei der feierlichen Grundsteinlegung.

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Spatenstich-TU-Testzentrum38Prof. Frank Jenau von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik ist Projektleiter der HGÜ-Versuchsanlage und stellte am Montag Details der Versuchsanlage vor. Die Halle auf dem Gelände zwischen der Emil-Figge-Straße und der Bundesstraße 1 ist 35 Meter lang und 25 Meter breit, die Höhe beträgt 23 Meter. Ein gleichgroßes Freiflächenprüffeld plus Nebengebäude und Verkehrsfläche runden das Zentrum ab. Das HGÜ-Testzentrum bietet die notwendige Infrastruktur, um Komponenten und Betriebsmittel für die Anwendung in der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung zu entwickeln, zu optimieren und zu testen. Hierdurch werden der Ausbau und die Optimierung des Transportnetzes für die elektrische Energieübertragung unterstützt. Die an der TU Dortmund entstehende Prüfinfrastruktur ist deutschlandweit einzigartig in ihrer Ausführung und erschließt ein erhebliches Innovationspotenzial durch die Möglichkeiten, die sie der Forschung bietet.

Stromtransport zu weit entfernten Erzeugern

Das Zentrum ist ein wichtiger Baustein zum Gelingen der Energiewende. Die Gleichstromübertragungs-Technologie wird zum Stromtransport von Erzeugern zu weit entfernten Verbrauchern genutzt. Die wesentlichen Vorteile der Gleichstromtechnologie liegen in der verlustarmen und wirtschaftlichen Übertragung elektrischer Energie über weite Entfernungen sowie in ihrer Regel- und Steuerbarkeit. Das ist beispielsweise erforderlich, wenn von den Windkraftanlagen in Norddeutschland Energie nach Süddeutschland fließen muss, sobald dort die Atomkraftwerke auslaufen. Bisher gibt es nur wenige Erfahrungen mit der Stromübertragung mit Gleichstromtechnik und Spannungen bis zu 1200 Kilovolt. Das neue Prüfzentrum bietet die Möglichkeit, auf diesem Gebiet auch bei realen klimatischen Bedingungen zu forschen. Ferner werden durch die HGÜ-Technologie die elektrischen Transportnetze und der damit einhergehende Energiehandel in Europa enger zusammengeschlossen. Die FAZ textete dazu optimistisch: „Ein Stromsprinter soll neue Netze überflüssig machen“.

Besondere Bedeutung in der Förderlandschaft NRW

Dr. Johann Schulenburg vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, misst dem Projekt HGÜ eine besondere Bedeutung in der Förderlandschaft NRW zu. „Fortschritt im Bereich des Stromtransports und der Netze ist für das Gelingen der Energiewende zentral“, sagte er bei der Grundsteinlegung. „Das Land hat dieses Forschungsthema frühzeitig erkannt und sieht in der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung großes Potential. Mit einer Million Euro Landesmitteln trägt Nordrhein-Westfalen gerne dazu bei, dieses in Deutschland einzigartige Zentrum hier in Dortmund anzusiedeln." Dortmunds Bürgermeisterin Birgit Jörder erklärte: „Ich freue mich, dass Kompetenz für diese anspruchsvolle Technik hier an der Technischen Universität Dortmund angesiedelt ist. Unsere Stadt kann auf eine jahrzehntelange Tradition in der Energiewirtschaft zurückschauen.“