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Forschungszentrum für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung wächst rasant in die Höhe

An der Emil-Figge-Straße wächst die Halle für das HGÜ-Forschungszentrum in den Himmel. Die 25 Meter hohen Betonstützen bilden das „Skelett“ der zukünftigen Halle. Leiter des Forschungszentrums ist Prof. Frank Jenau vom Lehrstuhl für Hochspannungstechnik der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

HGÜ_5_2017_93

HGÜ_5_2017_84Insgesamt 18 vorgefertigten Stützen wurden jetzt in einzelne Sockelfundamente eingelassen. Im oberen Bereich der Betonträger sind in rund 17 Metern Höhe Doppel-T-Träger montiert, auf denen ein großer Portalkran fahren soll, der über die gesamte Länge der Halle bewegt werden kann. Im vorderen Bereich der zukünftigen Halle wurde eine ein Meter dicke Betonkonstruktion mit einem „Fenster“ errichtet. Durch dieses „Fenster“ soll die 24 Meter lange und 14 Tonnen schwere Hochspannungsdurchführung des Forschungszentrums erfolgen, ohne dass es zu Berührungen oder Kollisionen kommt. „Das gleicht einer Einfädelung eines Wollfadens in eine Sticknadel mit Hilfe von zwei Autokränen“, berichtet Joachim Berns von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, der den Einbau koordiniert. Diese „Operation“ sei in Deutschland noch nie durchgeführt worden, meint er. Das Hochspannungskabel soll mit bis zu einer Million Volt betrieben werden. Als nächstes werden die Stützen, die als Tragekonstruktion für das Dach und das „Blechkleid“ der Halle dienen, mit Fertigbauteilen verkleidet. Die Wände schirmen die innerhalb der Halle auftretenden elektrischen Felder ab.

Übergabe Anfang Dezember 2017

Die Bauarbeiten liegen genau im Zeitplan. Die Überwachung und Koordinierung der Bauarbeiten wird vom Dezernat 6 der TU Dortmund und einem externen Generalplaner durchgeführt. Die Übergabe an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler soll Anfang Dezember 2017 erfolgen.

Das HGÜ-Forschungszentrum ist ein wichtiger Baustein zum Gelingen der Energiewende. Die Gleichstromübertragungs-Technologie wird zum Stromtransport von Erzeugern zu weit entfernten Verbrauchern genutzt. Die wesentlichen Vorteile der Gleichstromtechnologie liegen in der verlustarmen und wirtschaftlichen Übertragung elektrischer Energie über weite Entfernungen sowie in ihrer Regel- und Steuerbarkeit. Das ist beispielsweise erforderlich, wenn von den Windkraftanlagen in Norddeutschland Energie nach Süddeutschland fließen muss, sobald dort die Atomkraftwerke auslaufen. Bisher gibt es nur wenige Erfahrungen mit der Stromübertragung mit Gleichstromtechnik und Spannungen bis zu 1200 Kilovolt. Das neue Prüfzentrum bietet die Möglichkeit, auf diesem Gebiet auch bei realen klimatischen Bedingungen zu forschen. Ferner werden durch die HGÜ-Technologie die elektrischen Transportnetze und der damit einhergehende Energiehandel in Europa enger zusammengeschlossen. Die FAZ textete dazu optimistisch: „Ein Stromsprinter soll neue Netze überflüssig machen“.